Infektionsschutz im Krankenhaus

Krankenhäuser nehmen ihre Aufgabe sehr ernst

Durch vorbeugende Hygiene-Maßnahmen kann rund ein Drittel aller Infektionen vermieden werden. Dies gilt im Alltag ebenso wie im Krankenhaus. Dort sind konsequente Hygiene-Maßnahmen besonders wichtig. Denn ins Krankenhaus kommen zum einen Menschen, die aufgrund von Erkrankungen oder Verletzungen geschwächt sind und geringere Abwehrkräfte haben, zum anderen tragen Patienten Erreger und Infekte, die sie außerhalb erworben haben, ins Krankenhaus hinein.

Aufgabe der Krankenhäuser ist es daher, neben der Behandlung der Erkrankungen oder Verletzungen, eine Übertragung von Erregern nicht nur zwischen Patienten zu verhindern, sondern auch zwischen Patienten, Personal und Besuchern. Die Krankenhäuser in Hannover und in der Region stellen sich dieser Herausforderung sehr konsequent und gewissenhaft. Sie ergreifen zahlreiche wirkungsvolle Maßnahmen, um die Verbreitung von Erregern – insbesondere von resistenten Erregern – zu verhindern:

Beim Umgang mit MRSA-Patienten ist es ein großer Unterschied, ob diese mit MRSA-Bakterien lediglich besiedelt sind oder ob sie sich damit infiziert haben. Bei einer MRSA-Besiedelung haben sich die Bakterien nur auf der Haut oder in den Schleimhäuten eingenistet, bei einer Infektion sind sie bereits in den Körper eingedrungen und können dort schwer wiegende Erkrankungen wie Wundinfektionen, Lungenentzündungen oder Blutvergiftungen hervorrufen. Längst nicht jeder besiedelte Patient ist infiziert, aber er kann die Erreger an andere Menschen übertragen. Um besiedelte Patienten zu identifizieren, wird in vielen Krankenhäusern bei der Aufnahme ein MRSA-Test durchgeführt. Man unterscheidet zwischen selektivem und vollständigem Aufnahme-Screening:

  • Selektives Aufnahme-Screening: Bestimmte Patientengruppen haben ein erhöhtes Risiko, Träger von antibiotika-resistenten Bakterien (Methicillinresistenter Staphylococcus aureus/MRSA) zu sein, so unter anderem:
    • chronisch pflegebedürftige Personen
    • Heimbewohner
    • Patienten mit offenen, schlecht heilenden Wunden
    • dialyse-pflichtige Personen
    • Personen, die vor Kurzem eine Antibiotika-Therapie erhalten hatten
    • Personen, die vor Kurzem mehr als drei Tage im Krankenhaus waren
    • Personen, die beruflich direkten Kontakt zu Tieren in der landwirtschaftlichen Tiermast haben

    Diese Personengruppen werden in vielen Fällen bereits bei der Aufnahme in ein Krankenhaus routinemäßig auf eine Besiedlung mit MRSA getestet. Wer aufgrund einer früheren Untersuchung weiß, dass er MRSA-Träger ist, muss dies bei der Aufnahme unbedingt angeben.

  • Vollständiges Aufnahme-Screening: In einigen Krankenhäusern werden grundsätzlich alle Patienten auf den Intensivstationen, auf den Stationen der chirurgischen Abteilungen und in der Neurologie auf eine Besiedelung mit MRSA untersucht.

Mit MRSA besiedelte Patienten werden im Krankenhaus in der Regel räumlich getrennt von anderen Patienten untergebracht. Im direkten Umgang mit ihnen gelten besondere Schutzmaßnahmen sowohl für das Klinikpersonal als auch für Besucher (Schutzkittel, für das Personal und ggf. auch für Besucher Mund-Nasenschutz und Einmal-Handschuhe). Ihre direkte Umgebung und Gebrauchsgegenstände werden besonders häufig desinfiziert, Pflege-Utensilien nach Gebrauch entsorgt sowie Bettwäsche, Handtücher und sämtliche Kleidung täglich gewechselt und gewaschen bzw. sterilisiert. Sofern es sich nicht um Akut-Patienten handelt, die sofort behandelt werden müssen, werden MRSA-Träger vor einer Weiterbehandlung zunächst durch bestimmte Behandlungsmaßnahmen von den MRSA-Erregern befreit.

Bei mit MRSA besiedelten Akut-Patienten, die umgehend behandelt werden müssen, werden vor, während und nach der Operation bzw. Therapie besondere Schutzmaßnahmen ergriffen, um eine Übertragung der MRSA-Bakterien auf die behandelnden Ärzte und Pfleger zu verhindern. Sobald es möglich ist, erfolgt dann die Sanierung dieser Patienten.

Das MRSA-PLUS-Netzwerk Hannover stellt in seinen Informationsblättern unter anderem auch die einzelnen Schritte einer MRSA-Sanierung ausführlich dar. Die Informationsblätter finden Sie zum Herunterladen auf der Internet-Seite des MRSA-PLUS-Netzwerks Hannover unter Informationen zu MRSA (Link).

Vor und nach jedem Patienten-Kontakt müssen Personal und Besucher die Hände immer gründlich mit einem Hände-Desinfektionsmittel einreiben. Einige Krankenhäuser in Hannover nehmen an der „AKTION saubere Hände“, der nationalen Kampagne zur Förderung der Hände-Desinfektion in deutschen Gesundheitseinrichtungen teil, die von der Weltgesundheitsorganisation WHO und der Techniker Krankenkasse unterstützt wird, oder führen eine haus-interne Händehygiene-Kampagne durch:

  • Diakovere Annastift
  • Diakovere Friederikenstift
  • Diakovere Henriettenstift mit Klinik für medizinische Rehabilitation und Geriatrie
  • DRK-Krankenhaus Clementinenhaus
  • Kinderkrankenhaus auf der Bult
  • KRH Klinikum Agnes Karll Laatzen
  • KRH Klinikum Großburgwedel
  • KRH Klinikum Lehrte
  • KRH Klinikum Neustadt am Rübenberge
  • KRH Klinikum Nordstadt
  • KRH Klinikum Siloah
  • KRH Klinikum Robert Koch Gehrden
  • Medizinische Hochschule Hannover
  • Vinzenzkrankenhaus Hannover

In allen Krankenhäusern werden grundsätzlich die geltenden Hygiene-Vorschriften streng eingehalten und überwacht, zum Beispiel bei:

  • Operations-Vorbereitung und -Durchführung
  • Reinigung und Sterilisation von Operations-Besteck, Geschirr und Krankenhauswäsche
  • desinfizierende Reinigung von Krankenzimmern, Sanitärbereichen, usw.
  • Überwachung der klinischen Anlagen-Technik