Entlassmanagement – Wie geht es nach dem Klinikaufenthalt weiter?

Alle Patienten haben einen Anspruch darauf, dass ihre Entlassung aus dem Krankenhaus gut vorbereitet wird. Dazu arbeiten Ärzte, Pflegekräfte, der Sozialdienst im Krankenhaus und manchmal auch so genannte Case-Manager (andere Bezeichnungen: Patienten-Koordinatoren, Patientenlotsen) eng zusammen. Sie organisieren eine möglichst nahtlose und optimale Anschlussversorgung – egal ob es nach Hause geht, eine Rehabilitationsmaßnahme geplant ist oder die Versorgung in einer stationären Pflegeeinrichtung erforderlich ist.

Welche Hilfen veranlasst das Krankenhaus?

Krankenhäuser sind dazu verpflichtet, für Patienten, die bei ihrer Entlassung noch Unterstützungsbedarf haben, pflegebedürftig oder chronisch krank sind, Hilfen zu veranlassen, die die erste Zeit nach der Entlassung absichern. Dies geschieht immer in enger Abstimmung mit den Patienten und nur mit ihrer Zustimmung. Auf Wunsch werden auch Angehörige und Bezugspersonen in den Beratungsprozess einbezogen.

Durch die Zusammenarbeit mit allen Einrichtungen des Gesundheits- und Sozialbereichs kann der Krankenhaussozialdienst über viele unterschiedliche Angebote und ihre Finanzierung informieren. Er organisiert die passenden Hilfen und stellt mit den Patienten und Angehörigen die notwendigen Anträge bei den zuständigen Kostenträgern. Dabei sind immer die Wünsche und die individuelle Lebenssituation der Patienten zu berücksichtigen.

Neue Regelungen

Seit dem 1. Oktober 2017 können Krankenhausärzte für die erste Woche nach der Entlassung auch Rezepte für Medikamente ausstellen und Arbeitsunfähigkeit bescheinigen, wenn die Patienten keine Möglichkeit haben, sofort einen Arzt aufzusuchen. Dies gilt auch für bestimmte medizinische Hilfsmittel und für häusliche Krankenpflege, die unmittelbar nach dem Krankenhausaufenthalt benötigt werden. Bisher war dies ausschließlich niedergelassenen Ärzten vorbehalten, da diese für die Weiterbehandlung der Patienten zuständig sind. Jetzt dürfen auch Krankenhäuser für maximal sieben Tage Medikamente, Hilfsmittel und Krankenpflege verschreiben sowie Arbeitsunfähigkeit bescheinigen, sie sind aber nicht dazu verpflichtet.

Was können Patienten und Angehörige tun?

Die Liegezeiten in Krankenhäusern sind heute viel kürzer als noch vor einigen Jahren. Viele Patienten sind überrascht, wenn die Krankenhausbehandlung beendet ist und sie schon nach wenigen Tagen nach Hause entlassen werden. Auch bei weniger schweren Erkrankungen und Behandlungen ist die Situation nach dem Klinikaufenthalt häufig eine völlig andere als zuvor.

Es ist daher wichtig, sich schon vor einem geplanten Eingriff Gedanken über die Nachsorge zu machen. Sie können z.B. vorab auf den Sozialdienst des Krankenhauses und ggf. auch auf die Krankenkasse zugehen und mit diesen klären, welche Unterstützung notwendig werden könnte. So ist es möglich, entsprechende Maßnahmen rechtzeitig zu besprechen, abzuwägen und in die Wege zu leiten.

Bei Notfallbehandlungen ist eine Vorbereitung nicht möglich. Aber auch in diesem Fall ist es wichtig, dass sich die Angehörigen – oder die Patienten selbst, sofern sie dazu in der Lage sind – aktiv am Entlassungsmanagement beteiligen. Sie können so Einfluss darauf nehmen, dass ihre individuelle Situation, ihre Wünsche und ihre Bedürfnisse möglichst angemessen berücksichtigt werden.

Eine aktive Beteiligung am Entlassmanagement hilft den Sozialdiensten, die bestmögliche Nachsorge und Unterstützung zu organisieren.