Altersmedizin (Geriatrie)

Welche Patienten sind Geriatrie-Patienten?

Geriatrische Patienten sind an unterschiedlichen Erkrankungen gleichzeitig erkrankt („Multimorbidität“) und in der Regel über 70 Jahre alt. Generell gelten über 80-Jährige, auch wenn sie noch keine schwerwiegenden Erkrankungen haben, aufgrund der alterstypisch erhöhten Anfälligkeit als geriatrische Patienten. So sind bei ihnen Komplikationen und Folgeerkrankungen wahrscheinlicher, ebenso die Gefahr, dass eine Erkrankung chronisch wird und dass die Selbstständigkeit und die Fähigkeit, sich selbst zu versorgen, nachlassen.

Die Multimorbidität ist bei der Frage, wer geriatrisch behandelt werden sollte, wichtiger als das Alter. So kann beispielsweise schon bei Patienten ab 60 Jahren eine geriatrische Behandlung und Rehabilitation durchgeführt werden, wenn sie an mehreren (chronischen) Erkrankungen gleichzeitig leiden.

Typische geriatrische Krankheitsbilder sind zum Beispiel:

  • Inkontinenz (unfreiwilliger Urin- oder Stuhlverlust)
  • Demenz-Erkrankungen
  • Delir (Verwirrtheitszustände)
  • Schwindel
  • Stürze
  • Synkopen (kurzzeitige Ohnmacht)
  • Wundheilungsstörungen, Dekubitus (Druckgeschwüre)
  • Immobilisationssyndrom (Nachlassen von Körperfunktionen durch Bewegungsmangel)
  • Schmerzsyndrom (chronische Schmerzen)
  • Ernährungsstörungen
  • Beeinträchtigungen körperlicher und geistiger Fähigkeiten

Typische körperliche und geistige Beeinträchtigungen, die geriatrisch behandelt werden sollten, sind zum Beispiel:

  • Nachlassende Fähigkeit der Selbstversorgung (z.B. in Bezug auf Ernährung, Körperpflege, Ausscheidung, Gebrauch von Hilfsmitteln) mit drohender Pflegebedürftigkeit
  • Eingeschränkte Gehfähigkeit (Sturzgefahr), die zur Beschränkung auf die eigene Wohnung und zu Vereinsamung führen kann
  • Beeinträchtigungen im Verhalten (z.B. vorübergehende Verwirrtheit), in der Wahrnehmung (z.B. Hören und Sehen) und in der Kommunikation, die zu Orientierungsschwierigkeiten führen können